Tennis Perspektiven
← ImpulseStandpunkt·Tennisanlagen · 28. März 2025 · 7 Min.

Nicht jede Tennishalle ist wirtschaftlich sinnvoll

Der Wunsch nach einer eigenen Halle ist verständlich. Die Frage, ob sie sich über zwanzig Jahre trägt, wird zu selten ehrlich gestellt.

Fast jeder ambitionierte Tennisverein denkt irgendwann über eine eigene Halle nach. Das ist verständlich: Wintertraining sichern, Mitglieder halten, Einnahmen erzielen. Die Rechnung sieht auf der ersten Folie immer gut aus.

Auf der zweiten Folie steht selten, was wirklich zählt: Vollkostenrechnung über zwanzig Jahre, realistische Auslastung im Februar und im Juli, Instandhaltungsrücklagen, Energiekosten in einem Szenario ohne Förderung, Personalkosten für Betrieb und Buchung.

Eine Tennishalle ist eine zwanzigjährige Verpflichtung. Wer sie eingeht, sollte sich vorher zwei Fragen ehrlich beantworten: Trägt sich der Betrieb auch ohne die Annahmen, die wir uns gerade wünschen? Und: Haben wir die Struktur, einen Betrieb dieser Größenordnung über zwei Jahrzehnte zu führen?

In manchen Fällen lautet die ehrliche Antwort: Nein. Das ist keine Niederlage. Es ist die Voraussetzung dafür, dass die Vereine, die eine Halle bauen, sie auch behalten.

Autor

Heiko Lüdemann

Berater für Strategie, Sportstätten, Energie und Digitalisierung. Verbindet praktische Erfahrung mit systemischem Denken.

Nächster Schritt

Bevor investiert, gebaut oder beschlossen wird – erst einordnen lassen.

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